Interviewreihe: Prof. Dr. Kathrin Goldammer, Leiterin Reiner Lemoine Institut Berlin
Am 12.11.2025 findet die Vierte KlimAKonferenz auf dem EUREF-Campus in Berlin statt. Auf der Konferenz unter dem Titel „Bezahlbarkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz geglückt? Erste Einschätzungen aus Perspektive der Stadtwerke“ diskutieren wir Fragen rund um die Wirtschaftlichkeit und die Herausforderungen bei der Umsetzung nachhaltiger Energiekonzepte.
Mit den Entscheider:innen aus Politik, Wirtschaft und Verbänden, die an der Konferenz teilnehmen, haben wir im Vorfeld Interviews geführt, die wir an dieser Stelle veröffentlichen – heute mit Prof. Dr. Kathrin Goldammer, Leiterin Reiner Lemoine Institut Berlin.
BBH-Blog: Im Mittelpunkt unserer diesjährigen KlimAKonferenz steht die Frage, wie Kommunen und Unternehmen klimaneutral und zugleich wirtschaftlich erfolgreich sein können. Was ist aus Ihrer Sicht der entscheidende Erfolgsfaktor für diesen Spagat?
Prof. Dr. Kathrin Goldammer: Bei Kommunen: den regionalen Bezug und das hohe Identifikationspotenzial der Menschen zum Kernfaktor des Handels machen. Das hilft bei der Transformation.
BBH-Blog: Die Energiewende wird weltweit vorangetrieben. Von welchen internationalen Beispielen kann Deutschland besonders profitieren und wo können wir selbst Impulse setzen?
Prof. Dr. Kathrin Goldammer: Ich bin neidisch auf digitale Energiesysteme wie in den Niederlanden oder Dänemark, wo wir jede Menge Daten haben (Verbrauch, Erzeugung) und Stromnetzzustände in Echtzeit.
BBH-Blog: Welche Formen der Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Wirtschaft und Politik sind aus Ihrer Sicht entscheidend damit die Energiewende gelingt?
Prof. Dr. Kathrin Goldammer: Datenbasierte! Ich sehe sehr viel Potenzial darin, wenn wir gute Zustandsdaten unserer Infrastruktur und ihrer Auslastun haben und miteinander teilen.
BBH-Blog: Investitionen gelten als Schlüssel für den Erfolg der Transformation. Welche Rahmenbedingungen sind nötig, damit mehr Kapital in nachhaltige Energielösungen fließt?
Prof. Dr. Kathrin Goldammer: Es hilft, wenn Investitionen in andere, z.B. fossile Geschäftsmodelle, weniger attraktiv sind.
BBH-Blog: Mit Blick auf die kommenden Jahre: Welche Prioritäten sollte Deutschland setzen, um die Klimaziele zu erreichen und zugleich seine wirtschaftliche Stärke zu sichern?
Prof. Dr. Kathrin Goldammer: Ertüchtigung der Stromnetze inkl. Ausbau und Digitalisierung, und alles rund um das Anreizen von Flexibilitäten, z.B. über dynamische Preismodelle und -märkte für Strommengen und Netzentgelte.
BBH-Blog: Sehr geehrte Frau Goldammer, herzlichen Dank für das Gespräch. Wir freuen uns auf die weitere Diskussion im Rahmen unserer KlimAKonferenz am 12.11.2025.
Hier finden Sie den Link zum Programm und hier geht es zur Anmeldung.