Verbilligter Erwerb einer GmbH-Beteiligung kann Arbeitslohn sein

(c) BBH
(c) BBH

Arbeit oder Kapital? Dass zwischen beidem ein heikles Spannungsverhältnis besteht, wissen wir seit Karl Marx. Rechtlich werden wir damit konfrontiert, wenn ein Arbeitnehmer verbilligte Anteile an der Kapitalgesellschaft erwirbt, bei der er beschäftigt ist. Wenn der Kaufpreis unter dem Verkehrswert liegt, ist dann die Wertdifferenz Arbeitslohn?

Das ist sie, wenn man einer jüngeren Entscheidung (Urt. v. 14.08.2015, Az. 14 K 3290/13) des Finanzgerichts (FG) Münster folgt. In dem Fall ging es um einen Prokuristen einer GmbH, der einen Gesellschaftsanteil erwarb.

Zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit gehören dem FG Münster zufolge alle Güter in Geld oder Geldeswert, die dem Arbeitnehmer aus dem Dienstverhältnis als Gegenleistung dafür zufließen, dass er seine individuelle Arbeitskraft zur Verfügung stellt. Ausnahmsweise kann dazu auch die Zuwendung eines Dritten gehören, wenn sie Entgelt für eine innerhalb des Dienstverhältnisses zu erbringende Dienstleistung darstellt.

Die Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig. Jetzt muss der Bundesfinanzhof (BFH) abschließend entscheiden.

Ansprechpartner: Manfred Ettinger/Meike Weichel

Share
Weiterlesen

22 Juli

Der BBH-Blog verabschiedet sich in die Sommerpause

Den Beginn der parlamentarischen Sommerpause nehmen wir bekanntlich gerne als Anlass, den aktuellen „Wasserstand“ abzulesen sowie einen kurzen Blick in die Zukunft, sprich die zweite Hälfte des Jahres zu werfen – also auf das, was auf die politischen Entscheider*innen und...

21 Juli

„Klimaneutralität“ und Kompensationszahlungen: Anforderungen der europäischen Anti-„Greenwashing“-Richtlinie

Die Anforderungen an Werbung mit umweltbezogenen Aussagen steigen. Erst am 27.6.2024 hatte der Bundesgerichtshof im „Katjes“-Urteil (Az.: I ZR 98/23) strenge Maßstäbe für die Werbung mit dem Begriff „klimaneutral“ formuliert. Die europäische Anti-„Greenwashing“-Richtlinie könnte die Regeln für das Werben mit...