Post-Merger-Integration: Der Schlüssel zu einer erfolgreichen M&A-Transaktion
Viele Zusammenschlüsse von Unternehmen scheitern an der Integration des übernommenen Unternehmens. Erfolgreiche Post-Merger-Integration (PMI) setzen auf ein signifikantes Umsetzungsmomentum mit dem sogenannten Deal Closing (rechtlicher Übergang) und nutzen bereits die Phase bis dahin intensiv zur Vorbereitung. Die PMI nach dem Closing ist dann die entscheidende Phase, um Synergien zu konkretisieren und zu heben.
„Harte“ und „weiche“ Faktoren
Neben der Integration der Funktionen (Unterstützungsfunktionen, bspw. Finance, Controlling, HR) gilt es, auch Kernfunktionen (bspw. Strom- und Gasnetzbetrieb, Vertrieb, Wasserversorgung) einzubeziehen, um Synergien jenseits von Kostenoptimierungen und Technologien umzusetzen.
Jenseits der sogenannten „harten Faktoren“ sind insbesondere auch die „weichen Faktoren“ wie Veränderungen der Unternehmenskultur oder die allgemeine PMI-Projektverwaltung entscheidend für eine erfolgreiche PMI. Die angemessene Bewertung und Integration von kulturellen Unterschieden stellt eine spezielle Herausforderung in einem PMI dar, ist aber unerlässlich. Ein langwieriger und undurchsichtiger Transaktionsprozess ohne die frühzeitige Einbeziehung der wichtigsten Wissensträger im Unternehmen kann Unsicherheit unter Mitarbeitenden hervorrufen und im schlimmsten Fall dazu führen, dass Schlüsselpersonen das Unternehmen verlassen.

Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche PMI
Die Phasen und Aufgaben im Integrationsprozess
Unabhängig von den jeweiligen Details und Besonderheiten der Transaktion haben sich in der Praxis drei Phasen als Garant einer jeden Integration erwiesen.
In der Konzeptionsphase werden die Ziele und Strategien der Integration festgelegt. Hierbei wird entschieden, was das Unternehmen durch die Transaktion erreichen möchte – sei es Kostenreduktion, Umsatzsteigerung oder Marktdurchdringung. Meist wird eine gründliche Due Diligence durchgeführt, um alle relevanten Informationen über das Zielunternehmen zu sammeln. Dies umfasst finanzielle, rechtliche, operative und kulturelle Aspekte. Ein interdisziplinäres Integrationsteam wird zusammengestellt, das aus Mitarbeitenden beider Unternehmen, externen Dienstleistern (bspw. Softwareunternehmen) sowie externer Beratung besteht.
Die Integrationsteams können unterschiedlich organisiert werden. Grundsätzlich lässt sich zwischen drei verschiedenen Arten von Projektorganisationen unterscheiden: Linienprojekt-, Matrixprojekt- oder auch autonome Projektorganisation.
Wichtige Funktionen sind der Lenkungskreis, ein übergeordnetes Entscheidungsgremium, die Projektleitung und die Projektmitarbeitenden. Externe Dienstleister können punktuell innerhalb der Projektteams unterstützen oder das externe Monitoring übernehmen und das Reporting an den Lenkungskreis durchführen.
Die Ziele der Transaktion sowie die rechtlichen Verhältnisse innerhalb der Integrationsteams müssen klar und verständlich kommuniziert werden, damit diese an entsprechender Stelle umgesetzt werden können und alle Projektbeteiligten die gleichen Ziele verfolgen. Dies ist auch deshalb wichtig, weil ein Closing, also der Stichtag eines Übergangs, nicht immer dem technisch möglichen oder wirtschaftlichen Übertragungsstichtag entsprechen kann.
Die nächste Phase, die Integrationsphase, ist der Kern des PMI-Prozesses. Hier werden Geschäftsprozesse harmonisiert und angepasst. Die Integration der IT-Infrastruktur beider Unternehmen ist entscheidend, um Daten und Informationen effizient zu teilen. Die Mitarbeitenden beider Unternehmen werden in den Integrationsprozess einbezogen. Schulungen und Kommunikation sind wichtig, damit alle auf dem gleichen Stand sind und sich aktiv einbringen können. Die Anpassung der Unternehmenskultur und -werte ist ebenfalls ein wesentlicher Schwerpunkt, um ein gemeinsames Verständnis und eine gemeinsame Identität zu schaffen.
In der letzten Phase, der Umsetzungsphase, werden die angestrebten Synergien realisiert. Dies kann bedeuten, Kosten zu senken, neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln oder den Marktzugang zu erweitern. Die Performance des fusionierten Unternehmens wird überwacht, um sicherzustellen, dass die Ziele erreicht werden. Falls erforderlich, werden Anpassungen vorgenommen. Diese Phase kann auch eine langfristige Nachverfolgung beinhalten, in der die Integrationsergebnisse überwacht und optimiert werden.
Fazit
Aufgrund der steigenden Komplexität tendieren mehr und mehr Unternehmen dazu, die Integration von Anfang bis zur vollständigen Integration durch erfahrene und vielseitige M&A-/PMI-Teams betreuen zu lassen. In der Regel gelingt so ein zügiger und nachhaltiger Projekterfolg.
Ansprechpartner*innen: Thomas Straßer/Carina Bönisch/Maximiliane Schwab