Die Roadshow: Ein Werkzeug aus den Investor Relations

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Mit sogenannten Roadshows können Unternehmen neue Investoren gezielt ansprechen und bestehende Investorenbeziehungen weiterhin nachhaltig pflegen. Hierbei kann die Unternehmensleitung Nähe zum kapitalgebenden Publikum aufbauen.

Hintergrund

Auch im Zeitalter der Informationsrevolution und des Einsatzes von Internet-Chatbots, Webcasts, Podcasts, Blogs und künstlicher Intelligenz in den Investor Relations kann die moderne Kommunikationstechnik vor allem das persönliche direkte Gespräch nicht ersetzen. Einer der effektivsten Kommunikationswege bleibt womöglich der direkte Dialog mit (potenziellen) Investoren.

In den vergangenen Jahren hat sich neben öffentlichen Beteiligungen auch das private Beteiligungskapital als Finanzierungsform in Deutschland immer stärker etabliert. Auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) öffnen sich zunehmend gegenüber Beteiligungsgesellschaften, um auch in Krisenzeiten die eigene Liquidität sichern zu können. Im vergangenen Jahr wurden mit 302 Deals in Deutschland laut einer EY-Studie mehr Private-Equity-Investitionen denn je durchgeführt. Im Vergleich zu 2015 (147 Deals) hat sich die Anzahl der Deals damit verdoppelt.

Was ist eine Roadshow?

Unter einer Roadshow versteht man eine Reihe von Events, in denen Unternehmen Präsentationen und Podiumsdiskussionen sowie three(one)-on-one Gespräche durchführen, um möglichst viele Investoren zu akquirieren. Der Fokus liegt dabei auf dem Aufbau langfristiger Vertrauensbeziehungen zu (potenziellen) Investoren. Typischerweise finden solche Veranstaltungen in mehreren großen Städten wie München, Frankfurt, Berlin oder auch London und New York statt. Bedingt durch die Covid-19-Pandemie ist auch ein Trend zur digitalen Roadshow erkennbar.

Inhalt und Ablauf einer Roadshow richten sich dabei nach dem Anlass. Anlässe sind regelmäßig der Jahresabschluss oder Quartalsabschlüsse sowie Kapitalmarkttransaktionen, strategische Veränderungen im Unternehmen (z.B. Übernahmesituationen oder Akquisitionen) oder ein bevorstehender Initial Public Offering (IPO). Auch im Zusammenhang mit Kapitalerhöhungen werden oftmals Roadshows organisiert, welche so ideal am Markt vorbereitet und kommuniziert werden können.

Welche Vorteile bringt eine Roadshow?

Ein kontinuierlicher Kontakt vermittelt dem Investor ein Gefühl der Sicherheit, denn Roadshows dienen vor allem der persönlichen und gezielten Informationsweitergabe. Obwohl Roadshows für das Top-Management durchaus zeitintensiv sind und auch Kosten verursachen, lohnt sich die direkte Ansprache sowie regelmäßige persönliche Kontaktpflege. Durch den langfristigen Aufbau persönlicher Beziehungen mit den entscheidenden Investoren kann das Management nachhaltig Einfluss auf die Loyalität der Kapitalgeber nehmen und effizient neue Beteiligungen im Rahmen einer Kapitalerhöhung oder eines IPO gewinnen. Da aber in diesen persönlichen Gesprächen nicht nur Vertrauen aufgebaut, sondern auch leicht untergraben werden kann, bedarf die Durchführung von Roadshows einer sorgfältigen, geradezu präzisen Planung sowie einer akribischen Vor- und Nachbereitung.

Vor allem in den aktuellen unsicheren Zeiten sind intelligente und maßgeschneiderte Konzepte gefragt, um deutsche Unternehmen zu stärken. Durch die Möglichkeit der flexiblen Anpassung an die jeweilige Entwicklungsphase eines Unternehmens sowie dem breiten Angebot diverser Finanzierungsmöglichkeiten können Unternehmen die Herausforderungen der Zukunft in Kooperation mit einer passenden Beratung meistern.

Ansprechpartner*innen: Thomas Straßer/Tobias Sengenberger/David Klee

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