Haftungsrisiko Baustelle

(c) BBH

Was kann bei einer Baustelle nicht alles schief gehen. Oft reicht ein unvorhergesehener Zwischenfall, um die Kosten in die Höhe schnellen und Haftungsrisiken entstehen zu lassen. Damit das nicht passiert, ist eine fundierte Planung nötig. Und die darf sich nicht nur auf die technischen Aspekte beschränken. Auch die möglichen externen und internen Einflüsse auf die Baustelle müssen im Blick behalten werden. Das gilt nicht zuletzt für die rechtlichen Rahmenbedingungen.

Wenn es etwa darum geht, Leitungen zu verlegen und dafür Tiefbaufirmen zu beauftragen, ist neben einer guten Planung auch eine professionelle Bauleitung wesentlich. Dabei greifen die relevanten praktischen und rechtlichen Themen ineinander. Wer haftet wann und wofür, wenn eine Baustelle nicht so gelingt wie geplant? Was ist bei der Vorbereitung, Durchführung und Abnahme von Tiefbauarbeiten zu beachten? Organisationspflichten und deren Umsetzung mit Augenmaß stellen hier regelmäßig eine rechtliche Herausforderung dar.

Auch der Einsatz von Fremdfirmen ist dabei zu berücksichtigen. Bauleiter, Projektleiter, Bauüberwacher und technischer Leiter sind verantwortlich dafür, dass die Baumaßnahmen möglichst reibungslos ablaufen. Dazu gehört auch die Überwachung der Termintreue und der Qualität der Bauleistungen. Beides hat erheblichen Einfluss auf die Baukosten, aber auch auf die Haftung des Auftraggebers. Es gilt die beauftragten Firmen zu koordinieren und die Leistungen sachgerecht zu überwachen. Dann kann bei Schwierigkeiten zeitnah reagiert und im Haftungsfall der Schaden begrenzt werden. Das zugrundeliegende Vertragswerk und eine sorgfältige Gestaltung der Prozesse bilden dafür die Grundlage. Mit einer sorgfältigen Dokumentation der Vorgänge lassen sich zudem durch ein Fehlermanagement zukünftige Schwierigkeiten begrenzen bzw. vermeiden.

Wer Haftungsfälle vermeiden will, darf das Zusammenspiel von Organisationspflichten und technischen Rahmenbedingungen nicht aus dem Auge verlieren. Gerade wenn Pflichten an andere (intern oder extern) delegiert werden, ist deren Einhaltung zu überwachen bzw. regelmäßig zu kontrollieren. Im Ergebnis lassen sich so kostenintensive Nachbesserungen und unnötige Verspätungen vermeiden.

Ansprechpartner: Matthias Pöhl

PS: Sie interessieren sich für dieses Thema, dann schauen Sie gern auch hier.

Share
Weiterlesen

11 April

Doppelschlag des VG Köln: Rechtswidrige Glasfaser-Zugangsentgelte und sofortiger Zugang zu Kabelkanalanlagen der Telekom

Mit gleich zwei Beschlüssen sorgt das Verwaltungsgericht Köln für Aufmerksamkeit: Zum einen hat es die Entscheidung der Bundesnetzagentur (BNetzA) über Glasfaser-Zugangsentgelte in Fördergebieten für rechtswidrig erklärt und zum anderen die Telekom dazu verpflichtet, sofort Zugang zu ihren Kabelkanalanlagen zu gewähren....

02 April

Digitalisierung und Green Deal: Aktuelle Entwicklungen im europäischen Kartellrecht

Mit wichtigen Neuerungen hat der europäische Gesetzgeber das Kartellrecht fit für den Green Deal und den Umgang mit digitalen Unternehmen gemacht. Ein Überblick. Aktualisierung der Bekanntmachung über die Abgrenzung des relevanten Marktes Die Abgrenzung von Märkten in sachlicher, räumlicher und...