Ein frohes und gesundes neues Jahr!

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Jedem Anfang liegt ein Zauber inne. Das gilt natürlich insbesondere für den Beginn eines neuen Jahres. Nicht ohne Grund nimmt man sich für die nächsten zwölf Monate in der Regel vor, etwas in seinem Leben mehr oder weniger grundlegend zu verändern. Losgehen! Anpacken! Durchstarten! Nun ja, in diesem Jahr dürfte der wichtigste Vorsatz für viele sein: impfen lassen!

Viele Menschen werden wahrscheinlich erstmal froh sein, mit 2020 endlich abschließen zu können. Aber lassen Sie uns doch mal überlegen, was wir aus 2020 mitnehmen können.

Deswegen heißt das Bundesrepublik

Die Bundesrepublik ist kein klassischer Zentralstaat wie zum Beispiel Frankreich, sondern ein Bund von selbständigen Ländern. Das fällt normalerweise kaum auf, aber im Zug der Corona-Maßnahmen dann schon. Selten waren Vereinbarungen von Ministerpräsidenten so beachtet. Selten sah man die Kanzlerin so abhängig von der Kooperationswilligkeit der Länderfürsten. Man wird sich daran erinnern, was jetzt gut und schlecht lief, wenn das Thema Föderalismusreform das nächste Mal auf der Tagesordnung steht.

Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit

Wir sollten uns hüten, die Errungenschaften unserer Demokratie für selbstverständlich zu nehmen. Deshalb ist es richtig, dass zwischen Bundestag und Regierung darum gestritten wird, welches Mitspracherecht das Parlament bei den umfangreichen Corona-Maßnahmen und -Hilfspaketen hat. Gegenüber radikalen Antidemokraten muss sich die Demokratie aber auch 2021 wehrhaft zeigen.

Es geht auch ohne

Wir haben erfahren, dass es eine Reihe von Selbstverständlichkeiten in unserer Lebensführung gibt, die vielleicht gar nicht so selbstverständlich sind. Das betrifft weite Urlaubsreisen, Flüge nur für kurze geschäftliche Meetings oder das tägliche Pendeln ins Büro. Das waren keine freiwilligen Entscheidungen, aber in der Folge gab es weniger Verkehr, weniger Emissionen und weniger Energieverbrauch. Wir werden mit großem Interesse beobachten, ob manches davon nachhaltig ist, wenn alles wieder gehen wird „wie immer“.

Das reicht aber nicht

Durch diese zufälligen Einsparungen werden wir aber das Klima nicht retten. Zwar wurden im Jahr 2020 weltweit 7 % weniger CO2 ausgestoßen als im Vorjahr. Wie das UN-Umweltprogramm kürzlich in seinem Bericht feststellte, werden sich diese Umstände aber kaum auf die Erderwärmung auswirken. Lediglich um 0,01 Grad Celsius wird die Erwärmung gedämpft. Aus der Sicht des Klimas ist 2020 nur eine kleine Delle. Für diejenigen, die gehofft hatten, 2020 hätte wenigstens für das Erreichen der Klimaziele aus dem Pariser Abkommen etwas Positives, gilt: leider nein.

Impfen gegen den Klimawandel?

2021 wird weltweit gegen Corona geimpft werden. Damit werden nach und nach immer mehr Menschen ihr gewohntes Leben wieder aufnehmen können. Das wird nicht von heute auf morgen kommen, aber es kommt. Das ist absehbar.

Am Ende wird Corona eine Episode bleiben. Das größere Thema, das in 2021 (schon alleine wegen der Bundestagswahl) wieder mehr Bedeutung erhalten wird, ist der Klimawandel. Die Welt muss gigantische Anstrengungen unternehmen, wenn die 2015 in Paris vereinbarten Ziele auch nur ansatzweise erreicht werden sollen. Und diese Anstrengungen müssen jetzt, in den unmittelbar kommenden Jahren, begonnen werden. Die Auswirkungen werden wir alle spüren: Industriearbeitsplätze verändern sich, Mobilität ändert sich, Wohnen ändert sich. Damit ändern sich auch die Anforderungen an die Infrastruktur und die Infrastrukturbetreiber: Mehr (erneuerbarer) Strom für Mobilität und Wärme, Wasserstoff statt Erdgas, mehr Bandbreite für digitale Anwendungen, weniger Parkplätze und mehr grüne und sickerfähige Flächen in der Stadt? Klar ist nur, dass es keine Impfung gegen den Klimawandel gibt, es gibt nicht die „silver bullet“, die ein Forschungsteam in einem Jahr präsentieren wird. Es wird aber harte Arbeit, harte Diskussionen und auch harte Folgen geben. Jedoch auch neue Hoffnungen und Chancen.

Liebe Leser, wir können auch nicht alles wissen. Aber wir haben gewisse Ideen und wollen daran gemeinsam mit unseren Partnern (und Ihnen, wenn Sie mögen!) arbeiten. In diesem Sinne gilt für 2021 nichts Anderes als für alle anderen Jahren: Losgehen! Anpacken! Durchstarten!

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